Mittwoch, 28. Februar 2018

Ruhrpottfotoreise


Mitte Februar war ich vier Tage mit drei befreundeten Fotograf(inn)en im Ruhrpott und in Düsseldorf fotografisch unterwegs. Die Jahreszeit war durch den Zeitpunkt des Duesseldorf Photo Weekends vorgegeben, denn sonst wären wir gerne bei angenehmeren Temperaturen unterwegs gewesen.
Hier kommen ein paar thematisch sehr durchmischte Bilder:


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1. Station Dortmund














2. Station Hattingen (weitere Bilder folgen)








3. Station Düsseldorf







Dank an die beiden Akteure in diesem Bild !







4. Station Duisburg
























 Letzte Station Essen









Alle Bilder entstanden mit den Kameras Fuji X-T1, X-E2 und den Objektiven Tokina 12-24, Fuji 55-200, Nikon 1,8/50 sowie einer Leica X1.

Bildkritik ist wie immer herzlich willkommen.







Montag, 5. Februar 2018

Portraitsession mit Mandy









Die Aufnahmen entstanden mit einer Fuji X-E2 und den Objektiven Fuji 55-200, Leica Elmarit-R 2,8/90 und Nikon AF-D 1,8/50. Bildkritik ist willkommen.

Leica S2

Leica S 2 - war das wirklich nötig?

Das Stöbern auf den Websites vom Meister-Camera kann recht kostspielig werden. Der Hamburger Leica-Store bot eine gebrauchte Leica S 2 mit reichlich Zubehör für relativ kleines Geld an. Relativ, verglichen mit dem Neupreis. Und da können bei einem Neupreis von 18.000 Euro die 2888 Euro preiswert sein. 
Die Folge war ein "Unvernunftkauf", da ich nicht gerade arm an brauchbaren Kameras bin. Zur gebrauchten S 2 musste zusätzlich ein Pentax 6x7- Adapter und eine Mikroprismen- / Schnittbildindikatormattscheibe her. Bei Leica nicht gerade preiswert. Dafür hätte ich mir für meine Fujis ein gebrauchtes 1,2/56 kaufen können.
Zurück in die Vergangenheit. In den 80-er und 90-er Jahren war ich neben meinen Nikons mit einem Pentax 6x7-System unterwegs. Damals war die Pentax 6x7 die "kompakteste" Mittelformatkamera mit wechselbaren Objektiven. Dazu war das Preis- Leistungs-Verhältnis im Vergleich zu den Mitbewerbern Hasselblad, Rollei und Mamiya unschlagbar. Vor allem in der Landschaftsfotografie und Lost Places-Fotografie hatte ich die 6x7 eingesetzt. Seit Ende der 90-er der elektronische Verschluss kaputt ging und die Digitaltechnik aufkam, führte die umfangreiche 6x7-Ausrüstung einen Dornröschenschlaf. Bis ich auf die Website des Leica-Stores Hamburg stieß ... .

Der Mittelformatsensor der S 2 mit den Maßen 45x30 mm hat weniger als die Hälfte der Fläche eines Negativs der Pentax 6x7. So muss man anders auf KB-Äquivalente umrechnen. Die S 2 hat einen Cropfaktor von 0,8. 
Aus 45 mm wird 36 mm KB-äquivalent, 
aus 75 mm ein 60 mm, 
aus 105 mm ein 84 mm-Portraittele und 
aus dem 165 mm ein 122 mm. 
Das S 2-Paket bestand aus Gehäuse, drei Akkus, zwei Ladegeräten, Autoladekabel, elektrischem Fernauslöser.


Der erste Einsatz im Spandauer Sumpfwald bei grau-tristen Winterwetter war ernüchternd. Bei Freihand-Belichtungszeiten von meist 1/30, bzw. 1/60 waren viele Aufnahmen leicht verwackelt. Angesicht des Gewichts hatte ich mir bessere Ergebnisse erhofft. Bei der 6x7 war das aber auch nicht anders.
Zwei Tage später, beim Fotospaziergang durch den Kiez, sahen die Ergebnisse bei kürzeren Belichtungszeiten schon deutlich besser aus.
Bei einem Schärfetest mit verschiedenen Blendenöffnungen zeigte sich beim 45-er, dass beim Abblenden ein Fokusshift in Richtung unendlich auftritt. Nicht dramatisch, aber sichtbar. Das war mir neu. Ergo muss in Zukunft immer bei Arbeitsblende scharf gestellt werden. 

Vorteile
Haptischer Genuss
Verwendung meiner 6x7- Objektive, darunter optische Perlen wie das 4,5/75- er und das lichtstarke 2,8/165- er. 

Nachteile:
Gewicht (2 kg mit 105 mm). Auf die Alpenberge, wie in den 80-ern die 6x7, schleppe ich das Teil auf jeden Fall nicht.
Rauschen ab 640 ASA grenzwertig, bei 1250 ASA sehr künstlerisch verfremdet, sprich praktisch unbrauchbar.
Die optische Leistung des 45 mm ist an der S 2 schlechter, ja deutlich schlechter als das des halbwegs vergleichbaren 27-ers an meinen Fujis , bzw. das meiner Leica X 1.

Ungewiss:
Bildwirkung bei Portrait. Davon kann ich in einem halben Jahr berichten, wenn ich ein paar Portraitsessions hinter mir habe.

Ob sich mein Unvernunftkauf doch als Vernunftkauf herausstellen wird, muss die Zukunft zeigen. Aber mit 58 Jahren darf man auch mal unvernünftig sein, oder?


Wilde Natur in Berlin

Wenn man Berlin hört, denkt man automatisch an historische Gebäude, breite Straßen mit immens viel Verkehr und gesichtslose Trabantenstadtteile.
Vielen Besuchern der Stadt fällt aber auch das viele Grün auf. Große zentrale Parks, die vielen Straßenbäume und ausgedehnte innerstädtische Friedhöfe. Hinzu kommen Wälder, vor allem im Südwesten, Südosten und wie der Spandauer Forst im Nordwesten. Gerade im Nordwesten verbergen sich einige landschaftsfotografische Perlen, die man mit der Großstadt Berlin nicht unbedingt in Verbindung bringt. Von diesen Perlen möchte ich ein paar Bilder zeigen. Eiszeitliche Gewässer spielen dabei eine wichtige Rolle.














Die Bilder entstanden mit einer Leica X1, Leica S2 sowie Fuji X-E2 und X-T1.
Bildkritik ist wie immer herzlich willkommen.

Freitag, 8. Dezember 2017

Street mit einer 50 Megapixel-Mittelformatkamera


Es gibt Kameramarken, da kommt es bei deren Erwähnung zu einem Leuchten in den Augen erfahrener Fotografen. Leica, Linhof und .... Hasselblad. Bei der Lektüre der Website von CALUMET fiel mir neulich ein kostenloser Promotionworkshop ins Auge: Streetphotography mit der Hasselblad X1D. Street mit einer digitalen Mittelformatkamera? Na, da bin ich ja sehr neugierig. Flugs habe ich Teilnehmer meines letzten Streetphotographyworkshops angemailt und mich selbst angemeldet.

Eine Woche später saß ich mit Manfred, Rainer und sieben weiteren unbekannten Fotograf(inn)en im provisorisch hergerichteten Seminarraum von CALUMET. Nach einer eher überflüssigen Einführung zum Thema "Wie der goldene Schnitt zu guten Fotos führt" wurden wir mit jeweils einer eigenen X1D und 45 mm-Objektiv (35 mm KB-äqiuv.) für drei Stunden in den Berliner Straßendschungel entlassen. Da hatten wir jeder mal locker eine Kamerakombi im Wert von 13.000 Euro in der Hand - buchstäblich in der Hand, denn es war weder ein Kameragurt noch eine kleine Fototasche dabei.



Zuerst stand eine Begutachtung der Kamera an. Das Design ist sehr eigenwillig. Manche sagen, es sei sehr modern und stylisch. Andere sagen, dass es aussieht, als wenn die Kamera aus Lego gebaut wurde. Am knallgelben Auslöser scheiden sich die Geister. Mir persönlich hat das Design immer besser gefallen. Die Kamera ist für die Sensorgröße von 44x33 mm recht kompakt und liegt bemerkenswert gut in der Hand. Die gewöhnungsbedürftigen Bedienelemente ermöglichen eine Einhandbedienung (siehe Bild). 

Dann musste man sich mit der Kamerabedienung vertraut zu machen. Obwohl das Menu längst nicht so voll ist wie bei Sony, Nikon oder Fuji, war es zunächst hakelig, wunschgemäße Bilder zu erstellen.



Das erste gemachte Bild ließ (buchstäblich) aufhorchen. Der Zentralverschluss des 45 mm macht ein ungewohntes, mittellautes Geräusch, das sich anhört, als wenn man mit einem Löffel in einem Zinnbecher einmal rechts und links an die Wand schlägt. Holla! Dieses Geräusch und Streetphotography? Unserer Meinung nach ein K.O.-Kriterium für die X1D. Schnell stellte sich noch ein weiteres Manko für die Anwendung in der Streetphotography heraus. Der Autofokus und die RAW-Verarbeitung sind nicht die schnellsten. Später sahen wir am Rechner, dass eine RAW-Datei zwischen 85 und 105 MB umfasste. So kam es, dass wir auch andere, geruhsamere Motive wie Architektur und Portrait knipsten. Hier konnte die X1D mit ihrem großen Sensor und meisterlichem Objektiv punkten.

Interessant war, dass wir uns am folgenden Tag zu einen Bildbesprechungs-termin treffen konnten. Für mich ist es immer sehr aufschlussreich, wie andere Fotografen mit der gleichen Themensetzung und in diesem Fall sogar mit der gleichen Kamera umgehen. Danke an Hasselblad und Calumet.
Fazit: Unsere Fujis, Leicas oder Sonys sind für die Streetphotography deutlich besser geeignet. Trotzdem war es ein Erlebnis, mit einer Hasselblad zu fotografieren. Das nächste Mal lieber bei einem Portrait-, Stillleben- oder Architekturworkshop.


Sonntag, 5. November 2017

Projekt Doppelbelichtung Schönebeck trifft Berlin - Berlin trifft Schönebeck

Vor etwa fünf Monaten initiierten Mario und ich ein gemeinsames Fotoprojekt:

http://fotografiegraefenhahn.blogspot.de/2017/06/doppelte-belichtung-ein-analoges.html

Nun kommen ein paar Erlebnisse und Ergebnisse:

"Es tut mir leid, beide Filme sind verdorben! Beide Filme sind doppelt belichtet worden und es ist kein einziges brauchbares Bild drauf". Die Verkäuferin bei Fixfoto sieht mich mitleidig an.  "Super, dann hat ja alles geklappt!!" Stirnrunzeln bei der Verkäuferin. Ist der nicht ganz dicht? Meine Erklärung hellt die Umstände auf. Zum Glück wurde mein ausdrücklicher Wunsch, beide Filme nicht zu zerschneiden, beherzigt.
Vor einiger Zeit las ich in einer Fotozeitschrift von einem Doppelbelichtungsprojekt. Ein deutscher und ein japanischer Fotograf belichteten jeweils Filme mit örtlichen Fotomotiven und schickten sie sich unentwickelt per Post zu. Dazu aber kein Wort über die fotografierten Motive. Nach der über 11.000 Kilometer weiten Reise wurden die Filme ein zweites Mal in eine Kamera gelegt und ein zweites Mal belichtet. Die Motiven waren gezwungenermaßen gänzlich andere. So entstanden unberechenbare Bildkompositionen mit deutschen und japanischen Motiven. 
Flugs wurde Mario angemailt und sofort traf eine positive Reaktion ein. Unsere Idee ist schlau: Ideenklau! O.K., es ist nur eine sachsenanhaltinisch - berlinische Aktion und auch die Entfernung beider Regionen ist etwas geringer als die bei unseren Vorbildern. Aber immerhin!
Vereinbart und getan. Christian hatte uns den Fujicolor 200, ein Farbnegativfilm mit guten Scaneigenschaften, für das Projekt empfohlen. 
Ungewohnt war es für mich, nach vielen Jahren der Analogabstinenz wieder mit meiner Nikon F2A und der russischen Panoramakamera Horizont zu arbeiten. Keine Automatiken, ein hammerartiger Spiegelschlag, leere Belichtungsmesserbatterie und recht dunkler Sucher der F2A, der Umgang mit den mechanischen Macken der Horizont ... . Das reine Vergnügen war es nicht. Es ist schon interessant, wie wir durch den Komfort der modernen Kameras versaut werden. Komischerweise kamen damals je nach fotografischem Können des Fotografen, trotzdem gute Bilder raus.
Zwei Filme pendelten zwischen beiden Städten und wurden dem Schönebecker und Berliner Licht ausgesetzt. Zum Anfang des Projekts wollten wir allerdings nicht ganz hardcoremäßig rangehen und haben vereinbart, dass eine der beiden Belichtungen mit grafischen Motiven gemacht werden sollten. Wir haben das praktischerweise auf je einen Film aufgeteilt und diesen entsprechend markiert.
Nach der Entwicklung und ersten groben Sichtung blieben beide Negativrollen erst einmal liegen. Urlaube, andere wichtigere Fotoprojekte ( Leicafotografentreffen in Berlin) und beruflichen Stressphasen gingen vor. Bei der zweiten Sichtung folgte etwas eine Ernüchterung, sowohl an der Elbe als auch an der Spree. Ja, das eine oder andere ist ganz interessant und witzig, aber deeeer Burner war nun wirklich nicht dabei. Sind zwei doppelt belichtete Filme zu wenig für die Unberechenbarkeit? Oder hatte die Fixfotoverkäuferin mit ihrem "alles verdorben" doch recht?

Hier ein paar von mir selektierte Filmausschnitte:









Ob unser Fotoprojekt wie geplant in eine zweite Phase geht, vielleicht mit geänderten Modalitäten, wird die Zukunft zeigen.

Hier gibt es den (gedoppelten) Bericht von Mario: www.linsen-suppe.de

 
Und hier ist der Gastkommentar von Mario:

Der Kommentar der Fotoverkäuferin mag lustig sein. Recht hat Sie aus meiner Sicht damit aber nicht, denn jede einzelne Aufnahme ist „Überraschung pur“ und keinesfalls „verdorben“.

Die Anfrage zum Doppelbelichtung-Projekt kam zum richtigen Zeitpunkt. Seit einigen Wochen widmete ich mich nach fast 20 Jahren Abstinenz dem Thema Analogfotografie. Die Thematik Doppelbelichtung kam mir als geplantes Stil-und Spielmittel durchaus schon einmal in den Sinn; ehrlicherweise war der Gedanke dann aber auch schnell wieder verschwunden. Nun kam aus Berlin die Idee, das Thema Doppelbelichtung „zu zweit“ anzugehen. Bisher hatte ich bei einer erneuten Belichtung nur daran gedacht, mit einer bewusst eingesetzten Überlappung einen geplanten Effekten zu erreichen. Doch diese Idee war anders; denn durch die Zusammenarbeit kam nun ein unberechenbares Zufallselement ins Spiel.

Obwohl den analogen Aufnahmen ein durchaus vielversprechender digitaler Test vorausging, war meine Spannung auf die entwickelten Resultate sehr groß. 

Das Ergebnis war dann ... ... überraschend anders als erwartet.

Die analogen Fotos unterscheiden sich deutlich vom digitalen Testlauf. Waren die digitalen Mischungen meist überlagernde und doch erkennbar unterschiedliche Quellen, dominiert auf dem analogen Material meist das Bild eines Fotografen. 

Ich habe auf dem Bildmaterial mit verschiedenen Bearbeitungsmethoden experimentiert. Die Farben des FujiColor-Films sind brilliant; einigen Fotografen bereits zu gesättigt. Ich mag diese kräftigen Farben. Doch erst bei der Wandlung in schwarz/weiß und Steigerung des Kontrastes bekamen die Bilder in meinen Augen die richtige Balance zwischen konkurrierenden Motiven und einer gemeinsamen Harmonie. 

Ich bin Hartmut Gräfenhahn, dem engagierten Fotografen aus Berlin, für diese Erfahrungen sehr dankbar. Und da man aus Erfahrung bekanntlich klug wird, würden wir bei einer Fortsetzung wahrscheinlich einige Sachen anders machen. Mich interessiert sehr, wie diese Bilder auf andere Betrachter wirken. Über einen Kommentar auf den Blogs der Mitwirkenden würde ich mich sehr freuen.
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Das waren meine eingesetzten Kameras:





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