Leica S 2 - war das wirklich nötig?
Das Stöbern auf den Websites vom Meister-Camera kann recht kostspielig werden. Der Hamburger Leica-Store bot eine gebrauchte Leica S 2 mit reichlich Zubehör für relativ kleines Geld an. Relativ, verglichen mit dem Neupreis. Und da können bei einem Neupreis von 18.000 Euro die 2888 Euro preiswert sein.
Die Folge war ein "Unvernunftkauf", da ich nicht gerade arm an brauchbaren Kameras bin. Zur gebrauchten S 2 musste zusätzlich ein Pentax 6x7- Adapter und eine Mikroprismen- / Schnittbildindikatormattscheibe her. Bei Leica nicht gerade preiswert. Dafür hätte ich mir für meine Fujis ein gebrauchtes 1,2/56 kaufen können.
Die Folge war ein "Unvernunftkauf", da ich nicht gerade arm an brauchbaren Kameras bin. Zur gebrauchten S 2 musste zusätzlich ein Pentax 6x7- Adapter und eine Mikroprismen- / Schnittbildindikatormattscheibe her. Bei Leica nicht gerade preiswert. Dafür hätte ich mir für meine Fujis ein gebrauchtes 1,2/56 kaufen können.
Zurück in die Vergangenheit. In den 80-er und 90-er Jahren war ich neben meinen Nikons mit einem Pentax 6x7-System unterwegs. Damals war die Pentax 6x7 die "kompakteste" Mittelformatkamera mit wechselbaren Objektiven. Dazu war das Preis- Leistungs-Verhältnis im Vergleich zu den Mitbewerbern Hasselblad, Rollei und Mamiya unschlagbar. Vor allem in der Landschaftsfotografie und Lost Places-Fotografie hatte ich die 6x7 eingesetzt. Seit Ende der 90-er der elektronische Verschluss kaputt ging und die Digitaltechnik aufkam, führte die umfangreiche 6x7-Ausrüstung einen Dornröschenschlaf. Bis ich auf die Website des Leica-Stores Hamburg stieß ... .
Der Mittelformatsensor der S 2 mit den Maßen 45x30 mm hat weniger als die Hälfte der Fläche eines Negativs der Pentax 6x7. So muss man anders auf KB-Äquivalente umrechnen. Die S 2 hat einen Cropfaktor von 0,8.
Aus 45 mm wird 36 mm KB-äquivalent,
aus 75 mm ein 60 mm,
aus 105 mm ein 84 mm-Portraittele und
aus dem 165 mm ein 122 mm.
Der erste Einsatz im Spandauer Sumpfwald
bei grau-tristen Winterwetter war ernüchternd. Bei Freihand-Belichtungszeiten von meist
1/30, bzw. 1/60 waren viele Aufnahmen leicht verwackelt. Angesicht des
Gewichts hatte ich mir bessere Ergebnisse erhofft. Bei der 6x7 war das aber auch nicht anders.
Zwei Tage später, beim Fotospaziergang
durch den Kiez, sahen die Ergebnisse bei kürzeren Belichtungszeiten
schon deutlich besser aus.
Bei einem Schärfetest mit verschiedenen
Blendenöffnungen zeigte sich beim 45-er, dass beim Abblenden ein Fokusshift in
Richtung unendlich auftritt. Nicht dramatisch, aber sichtbar. Das war
mir neu. Ergo muss in Zukunft immer bei Arbeitsblende scharf gestellt
werden.
Vorteile
Haptischer Genuss
Verwendung meiner 6x7- Objektive, darunter optische Perlen wie das 4,5/75- er und das lichtstarke 2,8/165- er.
Nachteile:
Gewicht (2 kg mit 105 mm). Auf die Alpenberge, wie in den 80-ern die 6x7, schleppe ich das Teil auf jeden Fall nicht.
Rauschen ab 640 ASA grenzwertig, bei 1250 ASA sehr künstlerisch verfremdet, sprich praktisch unbrauchbar.
Die optische Leistung des 45 mm ist an der S 2 schlechter, ja deutlich schlechter als das des halbwegs vergleichbaren 27-ers an meinen Fujis , bzw. das meiner Leica X 1.
Die optische Leistung des 45 mm ist an der S 2 schlechter, ja deutlich schlechter als das des halbwegs vergleichbaren 27-ers an meinen Fujis , bzw. das meiner Leica X 1.
Ungewiss:
Bildwirkung bei Portrait. Davon kann ich in einem halben Jahr berichten, wenn ich ein paar Portraitsessions hinter mir habe.
Ob sich mein Unvernunftkauf doch als Vernunftkauf herausstellen wird, muss die Zukunft zeigen. Aber mit 58 Jahren darf man auch mal unvernünftig sein, oder?
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen